In aller Freundschaft

Der gnädige Schiedsrichter

Ostfrieslands bisherige Profimannschaft bereitete sich mit einem Spiel bei einem Kreisligisten auf die Niederungen des Amateurfußballs vor.

Zu ihrer Überraschung mussten die Ex-Profis feststellen, dass auch Kreisligaspieler nicht nur den Ball spielen, sondern auch das Tor treffen können. Die in Rückstand geratenen »Edelmänner« verhielten sich wenig nobel und suchten die Schuld beim Schiedsrichter. Dieser brave Mann wusste sich allerdings mit gelber und gelb/roter Karte zu wehren. So kam es, dass beim Pfiff zur Halbzeitpause das Aufgebot des Favoriten um einen Spieler dezimiert gesenkten Hauptes in die Kabine schlich.

In der Halbzeitpause geschah dann aber »Wundersames«: Die beteiligten Vereine einigten sich sozusagen im Schnellgericht freundschaftlich auf wieder komplette Mannschaften zu Beginn der 2.Spielhälfte. Und: Der Trainer tauschte die gesamte Mannschaft aus, vergaß aber leider sich selbst auszuwechseln! Dafür sorgte später der Referee: Er schickte den Trainer wegen Schiedsrichterbeleidigung auf die Tribüne. Die rote Karte zückte er dabei allerdings nicht.

Die Frage: Hat der Spielleiter die grüne Karte (alles richtig gemacht) verdient?

Lösung

Lösung

Dem Schiedsrichter ist leider ein Fehler unterlaufen: Auch bei sogenannten »Freundschaftsspielen« gilt, dass des Feldes verwiesene Spieler nicht ersetzt werden dürfen.

Im Übrigen ist eine Auswechslung der gesamten Mannschaft bei Nichtwettbewerbsspielen zulässig, wenn sich beide Teams darauf einigen und den Schiedsrichter vor Spielbeginn entsprechend informieren.

Das Verhalten des Schiedsrichters beim Platzverweis des Trainers ist ebenfalls korrekt. Gelbe und rote Karten werden nur Spielern, Auswechselspielern und ausgewechselten Spieler gezeigt.

Nachtrag: Der zuständige Kreisschiedsrichterausschuss kannte im Gegensatz zum Schiedsrichter keine Gnade. Er zeigte dem Schiedsrichter die rote Karte und verbannte ihn bis auf weiteres auf die Tribüne.