Einen Weihnachtsmann für den Schiedsrichter?

Bestechung eines Schiedsrichters? Das dürfte im deutschen Fußball wohl so selten sein wie ein »6er« im Lotto.

Trotzdem fehlt es nicht an Versuchen, die Schiedsrichter verbal oder mit kleinen Aufmerksamkeiten wohlgesonnen zu stimmen: »Gut, das Sie heute dieses schwierige Spiel leiten« oder »Schön, dass Sie kommen. Mit Ihnen haben wir noch kein Spiel verloren.« sind Versuche, für Goodwill zu sorgen.

Zur Weiterbildung der Schiedsrichter im NFV gehört es, eines feines Gespür für die Grenzen zwischen Gastfreundfreundschaft und Einflussnahme zu entwickeln.

Wissen Sie, wie die Spielleiter auf nachstehende »Bescherungsversuche« reagieren sollten?

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Schiedsrichterbeeinflussung - Abbildung Zitronelli
aus Zitronelli »Ich bin der Herr, ein Gott«

1. Am 1. Weihnachtsfeiertag leitet ein Schiedsrichter ein Freundschaftsspiel. Vor dem Spiel kommt der Betreuer der Heimmannschaft in die Kabine und will dem Schiedsrichter einen kleinen Schokoladenweihnachtsmann schenken.

  1. Der Schiedsrichter empfindet das als eine nette Geste und nimmt das Geschenk dankend im Empfang.
  2. Der Schiedsrichter lehnt dankend ab.
  3. Der Referee verbittet sich diese Anspielung.

2. Am 2.Weihnachtstag wird dem Schiedsrichter als kleine Aufmerksamkeit ein (einfaches) Federballspiel offeriert.

  1. Der Schiedsrichter freut sich darüber und nimmt das Geschenk an.
  2. Der Schiedsrichter lehnt die Gabe kategorisch ab.

3. Bereits vor einem Spiel der Verbandsliga wird das SR-Team zum Essen eingeladen.

  1. Das nennt sich Gastfreundschaft.
  2. Vor dem Spiel werden grundsätzlich keine Einladungen angenommen.

4. Nach dem Spiel will der Vereinspräsident dem SR-Gespann zur Erinnerung T-Shirts mit Werbetexten des Vereinssponsors übergeben.

  1. Die drei Regelkundler lehnen empört ab.
  2. Na und ?

5. »Ich bin der Herr, ein Gott« heißt der Titel des Buches, dass der Mannschaftsbetreuer der Gastmannschaft dem Schiedsrichter trotz der Niederlage über reichen möchte.

  1. Der Schiedsrichter fühlt sich brüskiert und lehnt das Geschenk schroff ab.
  2. Der Schiedsrichter beweist Humor und nimmt die Gabe an.
  3. Dieses Buch sollte sich der Leser zu Weihnachten gönnen. Es ist das ideale Geschenk für Fußballfans, die sich den Frust über die Schiedsrichter von der Seele lesen möchten.  (Anmerkung: Das Buch ist mittlerweile leider vergriffen.)

Lösung

Lösung

1. a)  Über diese freundliche Geste wird sich der Schiedsrichter freuen; aber andere Geschenke aller Art würde er ablehnen.

2. b)  Sachgeschenke werden - unabhängig vom Wert - grundsätzlich abgelehnt. 

3. a)  Bei weiten Anreisen ist eine Einladung zum Essen (fast immer) eine Selbstverständlichkeit. 

4. b)  Ob das SR-Team Werbematerial, das dem Verein nichts kostet, annimmt, bleibt ihm überlassen: Nicht jeder wirbt z. B. gerne auf der Kleidung für Hühnerfutter.

5. c)  Wenn Gastmannschaften sich dem Schiedsrichter erkenntlich zeigen wollen, müssen beim Referee alle Alarmglocken läuten! Da ist es besser, man leistet sich dieses interessante Büchlein selber.