Aus Brehms Tierleben:

»Leo« - ein zahnloser Löwe ?

Bezirkspokalspiel 1997: Hinter einen Abwehrspieler hat sich ein Angreifer geschlichen. Als der Verteidiger einen Flanke abwehren will, ruft sein Hintermann laut »Leo«. Der verteidigende Spieler lässt den Ball zum vermeintlich besser postierten Mitspieler passieren. Doch dieser »Andersfarbige« bedankt sich mit einem Grinsen und schiebt den Ball ins Tor. Der Schiedsrichter zeigt trotz aller Proteste auf den Mittelpunkt und lässt sich nicht beirren ...

Spieler oder Schiedsrichter - wer hat Recht?

Lösung

Lösung

Das Täuschen des Gegners durch Zurufe wie »weg« oder »lass« war von jeher verboten und zog neben indirekten Freistößen auch Verwarnungen nach sich.

Ein namhafter Trainer empfahl deshalb in einem Handbuch für Fußballtrainer, statt dessen »Codewörter« wie z. B. »Leo« zu verwenden. Dagegen war nichts einzuwenden.

Doch die Einfallslosigkeit der Trainer führte dazu, dass es bei diesem einen Begriff blieb: Wenn aber immer mehr Spieler das gleiche »Geheimwort« benutzen, ist es bald um die Heimlichkeit geschehen.

So sah sich der DFB-Schiedsrichterausschuss bereits vor einigen Jahren genötigt, auch den »Missbrauch« des Zurufes »Leo« zu untersagen.

Des Rätsels Lösung: Die Spieler waren im Recht. Das Spiel musste mit einem indirekten Freistoß (nach einer Verwarnung des schuldigen Spielers) fortgesetzt werden.