Allgemeine Regelvarianten
Da im Wesentlichen überall auf der Welt und auf allen Stufen nach den gleichen Regeln gespielt wird, sind die Spielregeln universell. Neben fairen und sicheren Spielbedingungen sollen die Spielregeln auch die Beteiligung und die Freude am Fußball fördern.
Die nationalen Fußballverbände haben für bestimmte Fußballkategorien seit jeher einen gewissen Spielraum, die organisatorischen Spielregeln anzupassen. Der IFAB ist jedoch überzeugt, dass die nationalen Fußballverbände zur weiteren Förderung des Fußballs in ihrem Land noch mehr organisatorischen Spielraum haben müssen.
Auch wenn für die Austragung und Leitung von Spielen rund um die Welt – ob beim Finale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™ oder bei einem Spiel in einem kleinen Dorf – dieselben Grundregeln gelten müssen, sollte ein nationaler Fußballverband je nach Bedürfnissen vor Ort selbst bestimmen dürfen, wie lange ein Spiel dauert, wie viele Spieler mitmachen dürfen und wie bestimmte Formen unsportlichen Verhaltens geahndet werden.
Alle nationalen Fußballverbände (sowie die Konföderationen und die FIFA) dürfen bei ihren Fußballwettbewerben einige oder alle der folgenden organisatorischen Spielregeln abändern:
Auf allen Stufen des Fußballs:
- Jedes Team darf bis zu fünf Auswechslungen vornehmen.* Im Juniorenfußball wird die maximal zulässige Zahl vom nationalen Fußballverband, von der Konföderation oder der FIFA bestimmt.
- Es dürfen zusätzliche dauerhafte Auswechslungen wegen Gehirnerschütterung vorgenommen werden (unter Einhaltung des entsprechenden IFAB-Protokolls).
- Die Leitlinien zur Kapitänsregelung dürfen angewandt werden (für alle Wettbewerbe, die am oder nach dem 1. Juli 2027 beginnen, sind sie verbindlich).
*) Siehe Regel 3 für die Bestimmungen bei einer etwaigen Verlängerung sowie für Einzelheiten zur Begrenzung der Auswechselgelegenheiten.
Für den Junioren-, Senioren-, Behinderten- und Breitenfußball:
- Größe des Spielfelds
- Größe, Gewicht und Material des Spielballs
- Abstand zwischen den Torpfosten und Höhe der Querlatte zum Boden
- Dauer der beiden (gleich langen) Spielhälften (und der beiden gleich langen Hälften der Verlängerung)
- Anzahl der Spieler
- Zulassung von Rückwechseln
- Zeitstrafen bei bestimmten/allen Verwarnungen
- spezifische Vorgaben für die obligatorische Kapitänsbinde
Damit die nationalen Fußballverbände zur Unterstützung und Förderung des nationalen Fußballs mehr Spielraum haben, sind zudem je nach Fußballkategorie folgende Änderungen zulässig:
- Die nationalen Fußballverbände, die Konföderationen und die FIFA dürfen die maßgebenden Altersbeschränkungen im Junioren- und Seniorenfußball selbst festlegen.
- Die nationalen Fußballverbände bestimmen selbst, welche Wettbewerbe auf den untersten Stufen des Fußballs zum Breitenfußball gehören.
IFAB-Tests
In manchen Fällen müssen potenzielle Regeländerungen geprüft und/oder getestet werden, um sowohl erwartete als auch unerwartete Auswirkungen auf den Fußball beurteilen zu können.
Konföderationen, nationale Fußballverbände und Wettbewerbsorganisatoren dürfen nur mit der Erlaubnis des IFAB an solchen Tests teilnehmen.
Weitere Informationen und die Protokolle zu allen Tests sind unter www.theifab.com/de/ (in der Rubrik »Tests«) zu finden.
Anträge zur Teilnahme an einem beliebigen Test sind an trials@theifab.com zu richten.