Fußballregeln -
Regeländerungen Saison 2021/2022

Der International Football Association Board (IFAB), hat auf seiner 135. Jahresversammlung am 5. März 2021 die folgenden Regeländerungen beschlossen. Diese treten ab dem 1. Juli 2021 in Kraft.

Anmerkungen zu den Spielregeln: metrische Maßeinheiten (betrifft alle Regeln)

Im Wortlaut: Bei Abweichungen zwischen Angaben in metrischen und solchen in angloamerikanischen Einheiten sind die Angaben in metrischen Einheiten maßgebend.

Gewaltfreies unangemessenes Verhalten (betrifft die Regeln 4, 5, 12 und das VAR-Protokoll)

→ Damit auch bestimmtes gewaltfreies, jedoch unangemessenes Verhalten als anstößig, beleidigend oder schmähend behandelt und mit einem Feldverweis geahndet werden kann, wird »Geste/Gesten« in den entsprechenden Bestimmungen durch »Handlung/Handlungen« ersetzt.

Das Glossar wurde darüber hinaus um den Begriff Handlungen ergänzt.

Im Wortlaut:

Anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerungen/Handlungen (Offensive, insulting or abusive language/action(s)) - Verbaler und/oder nonverbaler Protest, der derb, verletzend und respektlos ist und mit einem Feldverweis zu ahnden ist.

FIFA-Qualitätsprogramm (betrifft die Regeln 1, 2 und 4

→ Informationen zum FIFA-Qualitätsprogramm sind nun im Anschluss an das VAR-Protokoll aufgeführt, während die entsprechenden Verweise aus dem Regeltext entfernt wurden.

Regel 1 – Spielfeld

→ Torpfosten und Querlatte (und Tore) müssen dieselbe Form aufweisen.

Im Wortlaut: Die Torpfosten und die Querlatte beider Tore müssen die gleiche Form aufweisen: quadratisch, rechteckig, rund, elliptisch oder eine entsprechende Mischform.

→ Das GLT-Signal darf auch in den Video-Überprüfungsraum (VÜR) übermittelt werden.

Im Wortlaut:

GLT-Prinzipien
Das Signal, dass ein Tor erzielt wurde, wird vom GLT-System unmittelbar und ausschließlich den Spieloffiziellen übermittelt (auf die Uhr des Schiedsrichters, durch Vibration und ein optisches Signal) und binnen einer Sekunde bestätigt. Das Signal darf auch in den Video-Überprüfungsraum (VÜR) übermittelt werden.

Regel 6 – Weitere Spieloffizielle

→ Neu gibt es eine FIFA-Liste der internationalen Video-Spieloffiziellen.

Im Wortlaut: Der VAR und der AVAR sind die Video-Spieloffiziellen (VMO) und unterstützen den Schiedsrichter gemäß den Spielregeln und dem VAR-Protokoll.

→ Der Abschnitt Spieloffizielle des Glossars wurde um den Video-Spieloffiziellen ergänzt.

Im Wortlaut:

Video-Spieloffizielle (VMO) - Dazu gehören der Video-Schiedsrichterassistent und der Assistent des Video-Schiedsrichterassistenten, die den Schiedsrichter gemäß den Spielregeln und dem VAR-Protokoll unterstützen:

Regel 7 – Dauer des Spiels

→ In der Regel 7 erfolgt eine Klarstellung, dass es sich bei der (vom vierten Offiziellen angezeigten) Nachspielzeit um die verbleibende Spielzeit und nicht um die Länge der Unterbrechung handelt. Dies ist z. B. bei einer Unterbrechung gegen Ende des Spiels relevant, falls diese länger dauert als die verbleibende Spielzeit.

Im Wortlaut: Der Schiedsrichter bestimmt in jeder Halbzeit (einschließlich der Verlängerung) die Nachspielzeit, um die Spielzeit Zeit zu kompensieren, die durch folgende Ereignisse verloren ging: (...)

Regel 11 – Abseits

→ Gemäß Handspielregel gehört die Schulter nicht zum Arm. Folglich ist sie ein Körperteil, mit dem ein gültiger Treffer erzielt werden kann, und muss bei der Ermittlung von Abseitsstellungen berücksichtigt werden.

Die Textergänzung (unterstrichen) im Wortlaut:

Die Hände und Arme aller Spieler, einschließlich der Torhüter, werden dabei nicht berücksichtigt. Bei der Ermittlung einer Abseitsstellung gilt es zu beachten, dass die obere Grenze des Arms unten an der Achselhöhle verläuft (wenn der Arm angelegt wäre).

Regel 12 – Fouls und unsportliches Betragen

→ Auf Freistoß/Strafstoß wird nur bei Vergehen gegen eine Person auf der Teamliste (Spieler, Auswechselspieler, ausgewechselte und des Feldes verwiesene Spieler sowie Teamoffizielle) oder einen Spieloffiziellen entschieden.

Die Textergänzung (unterstrichen) im Wortlaut:

1. Direkter Freistoß

Ein direkter Freistoß wird auch gegeben, wenn ein Spieler eines der folgenden Vergehen begeht:

  • (…)
  • Beissen oder Anspucken einer Person auf der Teamliste oder eines Spieloffiziellen

→ Wird das Spiel aufgrund eines Vorfalls mit einer anderen Person, einem Tier, einem Gegenstand etc. (Drittperson) unterbrochen, wird das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt, es sei denn, es wird wegen Verlassens des Spielfelds ohne die Erlaubnis des Schiedsrichters auf Freistoß entschieden.

Die Textergänzung im Wortlaut:

4. Spielfortsetzung nach Fouls und unsportlichem Betragen

Wenn der Schiedsrichter das Spiel aufgrund eines Vergehens eines Spielers inner- oder ausserhalb des Spielfelds gegen eine Drittperson unterbricht, wird das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt, es sei denn, das Vergehen wird mit einem Freistoß geahndet, weil der Spieler das Spielfeld ohne die Erlaubnis des Schiedsrichters verlassen hat.

→ Nicht jeder Kontakt der Hand/des Arms mit dem Ball ist ein Vergehen. Die Hand-/Armhaltung eines Spielers ist in Bezug auf dessen Körperbewegung in der jeweiligen Situation zu beurteilen oder anders ausgedrückt, die Schiedsrichter müssen die Zulässigkeit der Hand-/Armhaltung in Bezug auf die Bewegung des Spielers in der jeweiligen Situation beurteilen.

Darüber hinaus wurden die Verweise auf »Mitspieler« und »zu einer Torchance kommt« aus der Bestimmung zu unabsichtlichen Handspielvergehen in Angriffssituationen entfernt. Dass heißt, ein unabsichtliches Handspiel eines Mitspielers, infolgedessen das Team dieses Spielers ein Tor erzielt, oder ein unabsichtliches Handspiel, infolgedessen es zu einer Torchance kommt, sind keine Vergehen mehr.

Die Textergänzungen (unterstrichen) im Wortlaut:

1. Direkter Freistoß – Handspiel

Nicht jede Ballberührung eines Spielers mit der Hand/dem Arm ist ein Vergehen.

Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler:

  • den Ball absichtlich mit der Hand/dem Arm berührt (z. B. durch eine Bewegung der Hand/des Arms zum Ball),
  • den Ball mit der Hand/dem Arm berührt und seinen Körper aufgrund der Hand-/Armhaltung unnatürlich vergrößert. Eine unnatürliche Vergrößerung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung weder die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist, noch mit dieser Körperbewegung gerechtfertigt werden kann. Mit einer solchen Hand-/Armhaltung geht der Spieler das Risiko ein, dass der Ball an seine Hand/seinen Arm springt und er dafür bestraft wird,
  • ins gegnerische Tor trifft:
    • direkt mit der Hand/dem Arm (ob absichtlich oder nicht) (gilt auch für den Torhüter),
    • unmittelbar nachdem er den Ball mit der Hand/dem Arm berührt hat (ob absichtlich oder nicht).

→ Das Umgehen der Zuspielbestimmung mit einem Trick (der Torhüter darf den Ball nach einem absichtlichen Zuspiel eines Mitspielers mit dem Fuß nicht mit der Hand berühren), gilt nun auch bei Abstößen als Vergehen, wobei der Urheber des Tricks zu verwarnen ist.

Die Textergänzung (unterstrichen) im Wortlaut:

2. Indirekter Freistoß

Ein indirekter Freistoß wird gegeben, wenn ein Spieler:

  • (…)
  • absichtlich einen Trick einleitet (auch bei einem Freistoß oder Abstoß), bei dem der Ball mit dem Kopf, der Brust, dem Knie etc. zum Torhüter gespielt wird, um so die Zuspielbestimmung zu umgehen, egal ob der Torhüter den Ball mit den Händen berührt oder nicht; leitet der Torhüter den Trick ein, wird er bestraft,
  • ein anderes Vergehen begeht, (...)
  • (…)

→ In diesem Zusammenhang wurde auch der Abschnitt 3. Disziplinarmaßnahmen ergänzt. Das Umgehen der Zuspielbestimmung mit einem Trick (der Torhüter darf den Ball nach einem absichtlichen Zuspiel eines Mitspielers mit dem Fuß nicht mit der Hand berühren) gilt nun auch bei Abstößen als Vergehen. Leitet der Torhüter den Trick ein, wird er verwarnt.

Die Textergänzung (unterstrichen) im Wortlaut:

3. Disziplinarmaßnahmen – Verwarnung für unsportliches Betragen

Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er:

  • (…)
  • absichtlich einen Trick einleitet (auch bei einem Freistoß oder Abstoß), bei dem der Ball mit dem Kopf, der Brust, dem Knie etc. zum Torhüter gespielt wird, um zu spielen und so die Zuspielbestimmung zu umgehen, egal ob der Torhüter den Ball mit den Händen berührt oder nicht; leitet der Torhüter den Trick ein, wird er verwarnt,

VAR-Protokoll

→ Nur die FIFA darf die schriftliche Erlaubnis für den Einsatz von VAR erteilen.

→ Neu ist geregelt, wie vorzugehen ist, wenn ein Video-Spieloffizieller oder Replay-Operateur ein Spiel nicht beginnen oder fortsetzen kann.

(Quelle: IFAB (International Football Association Board))